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Den fürchterlichen Vorfall hat ein Augenzeuge mit fol-genden Worten geschildert:*)
„Ich marschierte gestern Nachmittag nach zwei Uhr vonBasel Münchenstein zu und befand mich etwa 300 Schritte her-wärts der Eisenbahnbrücke über die Birs, als der mit zwei Loko-motiven versehene Jurazug herannahte. Kaum war dieserden Passanten auf der Straße entschwunden, da, o schreck-liches Zuhören, ertönte ein Krachen, Ächzen, erst nur wieein fernes Geknatter von Gewehrfeuer, dann lauter und lauter,dumpfes, donnerähnliches Tosen, untermischt mit dem Zischendes ausströmenden Dampfes der Lokomotiven und den sinn-betäubenden Schreckens- und Hilferufen der bedauernswertenUnglücklichen; ein dichter Dampf- und Rauchqualm stieg zumHimmel empor: die Katastrophe war da, die Gewißheit einesgroßen Unglücks drängte sich jedem der vielen Passantenauf, und mit wenigen Sprüngen waren die nächsten schonan der grausen Unglücksstelle angelangt. Ein entsetzlicherAnblick, der einem das Blut erstarren, die Sinne schwindenmachte: die Brücke über die Birs war unter der Last derbeiden Lokomotiven zusammengestürzt, und mit ihnen lagenim Bett der Birs 7 Wagen, zum Teil nicht mehr sichtbar, iiber-und ineinandergekeilt in wüstem Durcheinander im Wasser.
Aus dem am diesseitigen Widerlager hängen gebliebenenund aus den noch unversehrt auf dem Bahnkörper befindlichenWagen krochen und entstiegen in schrecklicher Bestürzung diegrößtenteils verletzten Reisenden, während andere in ihrer Be-sinnungslosigkeit den Bahndamm hinunterkollerten. Die erstenleicht Verwundeten, mit blutenden Köpfen oder in zerrissenenKleidern, betraten in wirrer, stummer Hast die Straße, umzufällig gerade bereitstehende Basier Tramwaywagen zurRückkehr zu besteigen, — eine bedauernswerte stille Reise-gesellschaft, während die noch in den Waggons befindlichenReisenden und jene Unglücklichen, die in den Trümmern
*) Iiascllandschaftliche Zeitung vorn 15. Juni 1891.