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zum erstenmal hinaus in den Garten. Er war wie neugeborenund voll Freude und lobte Gott mit lauter Stimme. Und erwandte sein Antlitz gen Himmel und sprach: „O du Allgütiger,könnte ein Mensch dir etwas vergelten, wie gern wollte ich diralle meine Habe geben!" Solches hörte Hermas, genannt derHirt, und er sprach zu dem reichen Jünglinge: „Von oben herabkommt die gute Gabe; dahin vermagst du nichts zu versenden.Komm und folge mir!"
Der Jüngling folgte dem frommen Greise, und sie kamenin eine dunkle Hütte. Daselbst war lauter Jammer und Elend.Denn der Vater lag krank, und die Mutter weinte; die Kinderaber waren nackend und schrien nach Brot. Da erschrak derJüngling. Hermas aber sprach: „Sieh hier einen Altar für deineOpfer! Sieh hier des Herrn Brüder und Stellvertreter!"
Da tat der reiche Jüngling feine Hand über sie auf, gabihnen reichlich und pflegte den Kranken. Und die erquickten Armensegneten ihn und nannten ihn einen Engel Gottes. Hermas aberlächelte und sprach: „So wende du immer dein dankbares Antlitzerst gen Himmel und dann zur Erde." A. Krumma-her.)
70. Drei Freunde.
Traue keinem Freunde, wofern du ihn nicht geprüft hast;an der Tafel des Gastmahls gibt es mehr derselben, als an derTüre des Kerkers. — Ein Mann hatte drei Freunde. Zweiderselben liebte er sehr; der dritte war ihm gleichgültig, ob dieseres gleich am redlichsten meinte. Einst war er vor Gericht ge-fordert, wo er unschuldig, aber hart verklagt war. „Wer untereuch," sprach er, „will mit mir gehen und für mich zeugen?Denn ich bin hart verklagt worden, und der König zürnet." Dererste seiner Freunde entschuldigte sich sogleich, daß er nicht mitihm gehen könne wegen anderer Geschäfte. Der zweite begleiteteihn bis zur Türe des Rathauses; da wandte er sich und gingzurück, aus Furcht vor dem zornigen Richter. Der dritte, auf dener am wenigsten gebaut hatte, ging hinein, redete für ihn und