Band 
Dritter Teil.
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82. Die Wassersnot im Emmental.

Es blieb heiß, und den vierten August war ein starkesGewitter. Da schien auf einmal der Sommer zu schwinden,der Herbst einzukehren, und auf wunderbare Weise teiltensie den Tag unter sich. Der Morgen war herbstlich, manglaubte der Kühe Läuten, der Hunde Jagdgebell hören zumüssen; dann ward der Abend wieder sommerlich, und vondes Donners Stimme hallten alle Berge wider. Ganze Nebel-heere hatten der Schweiz sich zugezogen, waren über dieBerge gestiegen, hatten in die Täler sich gestürzt und lager-ten sich grau und wüst über den Talgründen und an denFelswänden. Von allen Seiten waren sie hergekommen.

Diese Massen waren nicht arglose Wölkchen, die aufsanfter Winde leichten Fittigen reisen von Land zu Landund rosenrot in der Abendröte Schein lächeln übers Landherein; diese Massen bargen Verderben in ihrem Schoße undentluden sich unter Blitz und Donner gewaltig und zerstörend.Zuerst schienen sie nur Spaß treiben zu wollen, etwas grobenfreilich. Dann zogen sie, wie anno 1798 die Franzosen, vornblauen Berge weg, das Land hinauf, der Hauptstadt zu, trübund feucht. Sie wetterten zwei Tage über der Hauptstadt,daß ein Teil der Hauptstädter zu zagen begann, der anderesich erboste, daß es so laut hergehe im Land, ohne obrig-keitliche Bewilligung. Aber die Blitze zuckten, feurigenSchlangen gleich, der Donner schmetterte seinen Schlachten-ruf, die Winde brausten ihr Loblied, sie zuckten, schmettertenund brausten als die Herren des Landes, deren Rufen undSchelten alles Untertan.

Bäume brachen, Häuser krachten, Türme wankten; bleichverstummte das Menschenkind und barg seinen Schrecken indes Hauses sichersten Winkel. Und als die zornigen Wolkenden Herrlein und den Fräulein gezeigt hatten, wer Meistersei im Lande, wälzten sie sich, jeden Tag von neuen Dünstenschwerer, durch neue Nebelmassen gewaltiger, noch weiter