Band 
Dritter Teil.
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das Land hinauf. Aber zu reich gesättigt, vermochten siesich nicht zu schwingen über der hohen Berge hohe Firnen,dem trockenen Italien und dem weiten Meere zu. Schon anden Voralpen blieben sie hangen, tobend und wild, undsprühten mit gewaltigen Wassergüssen um sich. Die Trüber,die Schangnauer, die Marbacher, die Escholzmatter wurdentüchtig eingeweicht, die Rötenbacher glaubten argen Schreckerlebt zu haben. Menschenleben gingen verloren, Land wurdeverwüstet. Die zwei wilden Schwestern, die zornmütige Emmeund die freche Ilfis stürzten in rasender Umarmung brüllendund aufbegehrend das Land hinab, entsetzten die Zollhaus-brücke, und überall ward ihnen zu enge im weiten Bette.Bebend stand der Mensch am allgewaltigen Strome. Er fühltedie Grenzen seiner Macht, fühlte, daß nicht er es sei, der dieWasserströme brausen lasse über die Erde und sie wiederzügle mit kühner, mächtiger Hand. So wild und aufgebrachthatte man die Emme lange nie gesehen. Unzählbare Tannenund viel anderes Holz schwamm auf ihrem grauen Rücken underschütterte die Brücken; aber diesmal ward ihrer Gewalt einbaldig Ziel gesetzt, und der grauende Morgen fand sie bereitsohnmächtig geworden. (Nach Jeremias Gottheit.)

83. Ein Gewitter.

Es war merkwürdig am Himmel; drei, vier große Wetterstanden am Horizonte, eines drohender als das andere; feurigwar ihr Schoß, schwarz und weiß gestreift ihr Angesicht,als ob mit der Nacht der Tag sich gatte; dumpf toste es.„Dort geht es bös, dort hagelt’s,“ sagte Uli halblaut für sich;„wie angenagelt steht das Wetter; dort hagelt es fast alleJahre, da möchte ich nicht wohnen; hier durch kommensolche Wetter nicht; der Wirt hat recht. Joggeli hat gesagt,als er die ersten Hosen getragen, da habe es einmal gehagelt,er möge sich noch gar wohl daran erinnern, seither nie mehr,daß es der Rede wert.“ Indessen schneller wurden ihm un-