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den Saaten der Menschen gewaltet. Unwillkürlich träntenVrenelis Augen, und seine Hände falteten sich; aber essuchte sich stark zu machen und sagte: „In Gottes Namen,es sieht schrecklich aus; aber denk: Gott hat es getan, werweiß, warum? Wir müssen es nehmen, wie er es gibt; er,der uns geschlagen hat, kann uns auch helfen; mit Kümmernund Klagen richten wir nichts aus. Denk, wie es heißt;,Sorget nicht für den morgenden Tag; es ist genug, daß jederTag seine eigene Plage habe. 1 Das steht schön geschrieben;
aber wer kann es so nehmen?“ sagte Uli, „bsunders-“
Doch Vreneli fiel ihm ins Wort und sagte: „Nit, nit, Uli;immer denken muß man so; dann kommt es einem auch soins Herz, und man weiß nichts mehr anders. Aber sieh,was ist das? Du mein Gott!“ Es war eine Brüt jungerWachteln; wahrscheinlich hatte die Mutter mit ihren Kleinenins nahe Gebüsch fliegen wollen, und als sie merkte, daß esnicht ging, die Jungen, die ihr gefolgt, noch einmal unterihre schirmenden Flügel gesammelt und so mit ihnen denTod gefunden. Sie lag mit ausgebreiteten Flügeln tot; unterdenselben und um sie her ihre Jungen alle; sie war den Todder Treue gestorben. „So wäre es einem am wöhlsten,“sagte Uli. Vreneli achtete nicht darauf, sondern sammeltedie armen Tierchen in ihre Schürze und sagte, die müsse ihmkeine Katze fressen oder ein ander wüst Tier. Die Alte mitihren Kindern verdiene begraben zu werden wie ein Mensch;
denn bräver als mancher Mensch habe sie gehandelt.-
(Jeremias Gotthelf.)
84. Sonntagsruhe.
Stiller Friede ist über die weite Flur, über Feld undWald, über Dorf und Stadt ausgebreitet, obwohl die Sonneschon lang am blauen Himmel emporgestiegen ist undMenschen und Tiere schon lange geweckt hat. Es ist heuteder Tag des Herrn, der Tag der Ruhe. Unberührt stehenWagen und Pflug, Spaten und Egge, als sollten sie auch