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einmal ausruhen; behaglich stampfen die Pferde im Stalleund knuspern wählerisch am Heu; der Zugochs liegt wieder-käuend auf seinem Lager und brüllt den eintretenden Wirtzutraulich an. Knechte und Mägde haben ein reines Hemdund ihr bestes Kleid angelegt. Die ganze Woche hindurchhaben sie sich schon auf den heutigen Tag gefreut, andem sie ausruhen und sich schmücken können. Über denZaun hinweg plaudern die Nachbarn miteinander, währenddie Kinder, sauber gekämmt und gewaschen, vor den Türensitzen. Rein geputzt schauen die Fenster nach der Straße,und weißer Sand bezeichnet überall den Eingang zu denHäusern im Dorfe.
Auch in den Städten ruht das geschäftige Treiben.Das geräuschvolle Leben auf den Straßen hat einer feier-lichen Stille Platz gemacht. Kein schwer beladener Wagenknarrt durch die gepflasterten Straßen, kein bepackter Trägerschwitzt und seufzt unter der schweren Last. Die Kauf-läden sind geschlossen, die Schaufenster verhängt, selbst dieSchultüren sind nicht geöffnet. Nur eine Tür, welche dieganze Woche hindurch geschlossen war, hat sich weit auf-getan — es ist die Tür zum Gotteshause. Feierlich rufendie Glocken der Kirchen die Scharen der Andächtigen her-bei, und durch die Straßen strömen die Kirchgänger inFeierkleidern, still und ernst, mit dem Gesangbuche in derHand, nach dem Hause des Herrn, wo feierliche Orgeltönedie Eintretenden empfangen.
In Feld und Wald ist es heute auch anders als an denWochentagen. Da wird kein Baum gefällt, kein Wild ausseinem Versteck durch Jagdhorn und Hundegebell aufge-schreckt. Axt und Säge ruhen. Die Holzhacker sitzen daheim,und still ist es im Walde. Ohne Furcht schreitet der Hirschdurch das Gebüsch, fröhlich springt das Eichhörnchen vonBaum zu Baum, und ungestört singt der Vogel seine Liederin den Zweigen. Auf den Feldern spielen die Hasen, alswüßten sie, daß heute Sonntag ist, und daß sie da sicher