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Hält der Reisende immer noch nicht an in seiner Wanderung,so nehmen auch diese Zwerglein von ihm Abschied, und nun er-innert ihn nur noch Weidengebüsch an sein Heimatland, bis auchdieses verschwindet und Heidekraut das endlose Wellenland über-zieht, Moose und Flechten den Boden polstern und als die einzigUnüberwindlichen über Frost und Schnee triumphieren. Das Blökenvon Schaf- und Rindviehherden hat sein Ohr längst nicht mehrvernommen, schöne, kräftige Hirten sein Auge längst nicht mehr ge-sehen. Die Menschen, die er hier und da etwa antrifft, kommenihm fremdartig vor, kleiner als daheim, mit einem andern Schnittder Kleider und mit einem andern Gesicht. Es sind die Lapp-länder, mit denen er im Norden von Schweden und NorwegenBekanntschaft macht. Auch mit dem Renntiere wird er Freund-schaft schließen müssen; denn ohne dieses Tier könnte er in Lapp-land gar nicht leben. (Gude )
103. Die ungarischen Pußten.
In den weiten ungarischen Ebenen an der untern Donauund Theiß liegen etwa 3000 Weideplätze, die der Ungar Pußten,d. h. L)d en nennt. Endlos dehnt sich die Pußta vor unsern Blickenaus. Sichtbare Grenzen hat sie nicht; nur das blaue Gewölbeumschließt sie. Das hohe Gras verwelkt ungemäht, und stummeilen die Flüsse weiter zwischen den rohrbedeckten Ufern. Einödensind aber die Pußten nicht; sie sind vielmehr der Schauplatz einesreichen Natur- und Volkslebens. Auf leichten, behenden Rossendurcheilt sie der Magyar. Die Sonne brennt glühend heiß ausseinen Scheitel hernieder, und die Heiden, Steppen und Sand-flächen fliegen in wilder Hast an ihm vorüber. Doch nicht langefinden wir uns allein. Ganze Karawanen von Fuhrwerken, diemit Pferden und Ochsen bespannt sind und die Erzeugnisse Ungarnsdurch die Pußten führen, begegnen uns und beleben die Gegend.Dann treffen wir eine Herde von zahllosen Rindern, die, begleitetvon den dumpfen Klängen vieler Glöckchen und dem Gebelle derHunde, nach einer der grasreichen Weidetriften zieht. Hier laden