Band 
Dritter Teil.
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Brunnen, deren schlagbaumartig schräg aufgerichtete Schwengelin der Ferne wie seltsame Gestalten aussehen, zu erfrischenderRast ein. Dort taucht plötzlich eine einzelnstehende Pußtaschenkeauf, worin wir nur notdürftige Erfrischung und Unterkunft, dafüraber ein sich reich entfaltendes Volksleben finden. Bei dem Klängeeiner Zigeunerfiedel und dem schnarrenden, schrillenden Tone einerZimbel*) dreht und neigt sich der stolze Sohn der Pußta imKreise oder fitzt zechend am schmutzigen Tische, sein kurzes Pfeif-chen schmauchend.

Die Hirten der Pußten sind schöne, kräftige Menschen, lauterNatursöhne und scheinen gefeit zu sein gegen jede Krankheit. DieUrkraft, die in ihnen wohnt, trotzt der sengenden Glut der Sonnen-strahlen wie den eisigen Herbstnebeln. Einfach wie ihr Kleid istihre Nahrung; sie kennen kaum eine andere als Speck und Brot,und eine Hose und ein Hemd von grober Leinwand machen ihreganze Kleidung aus. Sie kennen nichts in der Welt als die ihnenanvertrauten Tiere; sie lieben nichts als ihre Pferde, Schafe,Schweine und Rinder, mit denen sie sich schon als kleine Jungenbeschäftigten. Je nach ihrer besondern Betätigung teilen sie sichin Roß-, Schaf-, Rinder- und Schweinehirten, die sich in ihrerLebensweise streng voneinander unterscheiden.

(Nach der „Illustrierten Zeitung".)

104. Bulgarien.

Nördlich vom Balkan und von dessen Vorbergen bildet derBoden eine wellenförmige Ebene, aber nicht ein im Wasserspiegelder Donau liegendes Tiefland, sondern ein über denselben er-habenes Plateau, das sich meist dicht an den Hauptstrom heranziehtund schroff zu diesem abfällt. Diese der Donau unmittelbar zu-gewandten Abstürze des Hochlandes sind am besten angebaut undam dichtesten bewohnt. Das mit Wald und üppigen Kornfeldernbedeckte bulgarische Ufer der Donau bietet daher einen wechselndenund reizvollen Anblick im Gegensatze zu dem einförmigen gegen-

*) Schellenartiges Tonwerkzeug.