Band 
Dritter Teil.
Seite
197
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überliegenden rumänischen Ufer und zu dem öden bulgarischenMeeresstrande.

Sofia, die Hauptstadt des jungen Fürstentums, liegt in einervon Gebirgen rings umschlossenen, fruchtbaren Ebene, an der Haupt-straße Wien-Belgrad-Konstantinopel und macht trotz seiner48,000 Einwohner durchaus den Eindruck eines Dorfes. DieStraßen sind unregelmäßig, krumm, ungepflastert, fast alle Häusereinstöckig, meist von Holz, nicht selten etwas aus dem Lot gewichen.

Sofia und Witosch gehören zusammen wie Neapel undVesuv oder wie Kapstadt und Tafelberg; der Berg ist das Wahr-zeichen der Stadt, Wetterprophet und Wettermacher für die ganzeGegend. An den riesigen Felsmassen seines hochlandförmig sichausbreitenden Gipfels verdichten sich im Hochsommer die Wasser-dünste der Luft zu schweren Gewitterwolken, die der Ebene vonSofia erfrischenden Regen spenden; hat er aber eine weiße Schnee-kappe aufgesetzt, dann ist Winters Anfang, und furchtbare Stürmebrausen über das Flachland. Eine gewaltige Felspyramide miteiner kleinen, grasbedeckten Plattform, die kulissenartig von hoch-aufragenden Felszacken umschlossen ist, bildet auf dem terrassen-förmig sich abstufenden Hochland den höchsten Punkt. Groß sinddie Eindrücke, die auf dem Gipfel des Witosch das Auge fesseln.Wie eine Reliefkarte liegt ein ungeheures Stück der Türkei vor denBlicken ausgebreitet. Von Westen über Norden gegen Osten über-sieht man den größten Teil des Balkans. Ein Reisender sagt:„Ich sehe schon im Geiste, wenn türkische Eisenbahnen bestehen,werden die Mitglieder der Alpen-Klubs, die Scharen der Touristenzum Witosch eilen. Es wird da ein Wirtshaus entstehen wie amRigi-Kulm. Denn die Aussicht von: Witosch ist einzig."

(Paul Buchholz.)

105. vi6 Rosenernte in Rumelien.

Im Juni beginnt auf den südlichen Ausläufern des Balkansdie jährliche Rosenernte, und in Kazanlik haben sich bereitsdie Rosenölhändler aus Konstantinopel eingefunden, diedas kostbare Parfüm unmittelbar nach der Fertigstellung auf-