Band 
Dritter Teil.
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22. „Nichts weiter?“ erwidert Hans Bendix mit Lachen,„Herr, gebt Euch zufrieden! Das will ich schon machen.Nur borgt mir Eu’r Käppchen, Eu’r Kreuzehen und Kleid,

So will ich schon geben den rechten Bescheid.

23. Versteh’ ich gleich nichts von lateinischen Brocken,

So weiß ich den Hund doch vorn Ofen zu locken.

Was ihr euch, Gelehrte, mit Geld nicht erwerbt,

Das hab’ ich von meiner Frau Mutter geerbt.“

24. Da sprang wie ein Böcklein der Abt mit Behagen.Mit Käppchen und Kreuzehen, mit Mantel und KragenWard stattlich Hans Bendix zum Abte geschmückt

Und hurtig zum Kaiser nach Hofe geschickt.

25. Hier thronte der Kaiser im fürstlichen Rate,

Hoch prangt’ er mit Zepter und Krön’ im Ornate:

„Nun sagt mir, Herr Abt, als ein treuer Wardein,

Wieviel ich itzt wert bis zum Heller mag sein.“ —■

26. „Für dreißig Reichsgulden ward Christus verschachert;Drum geb’ ich, so sehr Ihr auch pochet und prachert,

Für Euch keinen Deut mehr als zwanzig und neun,

Denn einen müßt Ihr doch wohl minder wert sein.“ —

27. „Hm,“ sagte der Kaiser, „der Grund läßt sich hörenUnd mag den durchlauchtigen Stolz wohl bekehren.

Nie hätt’ ich, bei meiner hochfürstlichen Ehr’!

Geglaubet, daß so spottwohlfeil ich wär’.

28. Nun aber sollst du mir berechnen und sagen:

Wie bald ich zu Rosse die Welt mag Umlagen?

Um keine Minute zu wenig und viel!

Ist dir der Bescheid darauf auch nur ein Spiel?“ —

29. „Herr, wenn mit der Sonn’ Ihr früh sattelt und reitetUnd stets sie in einerlei Tempo begleitet,

So setz’ ich mein Kreuz und mein Käppchen daran,

In zweimal zwölf Stunden ist alles getan.“ —