Band 
Dritter Teil.
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Hedwig. Zu schiffen in dem wüt’gen See, das heißtNicht Gott vertrauen, das heißt Gott versuchen.

Teil. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.Hedwig. Ja, du bist gut und hilfreich, dienest allen,

Und wenn du selbst einmal in Not kommst, hilft dir keiner.Teil. Verhüt’ es Gott, daß ich nicht Hilfe brauche!

(Er nimmt die Armbrust und Pfeile.)

Hedwig. Was willst du mit der Armbrust? Laß sie hier.

Teil. Mir fehlt der Arm, wenn mir die Waffe fehlt.

(Die Knaben kommen zurück.)

Walter. Vater, wo gehst du hin?

Teil. Nach Altdorf, Knabe,

Zum Ähni; — willst du mit?

Walter. Ja, freilich will ich.

Hedwig. Der Landvogt ist jetzt dort; bleib weg von Altdorf!Teil. Er geht noch heute.

Hedwig. Drum laß ihn erst fort sein;Gemahn ihn nicht an dich, du weißt, er grollt uns!

Teil. Mir soll sein böser Wille nicht viel schaden,

Ich tue recht und scheue keinen Feind.

Hedwig. Die recht tun, eben die haßt er am meisten.Teil. Weil er nicht an sie kommen kann. Mich wirdDer Ritter wohl in Frieden lassen, mein’ ich.

Hedwig. So, weißt du das?

Teil. Es ist nicht lange her,

Da ging ich jagen durch die wilden GründeDes Schächentals auf menschenleerer Spur,

Und da ich einsam einen FelsensteigVerfolgte, wo nicht auszuweichen war —

Denn über mir hing schroff die Felswand her,

Und unten rauschte fürchterlich der Schächen —,

(Die Knaben drängen sich rechts und links an ihn und sehen mit gespannterNeugier an ihm hinauf.)

Da kam der Landvogt gegen mich daher.