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gesammelten Liebesgaben den leidenden Brüdern der Mutter-gemeinde.
So zieht sich die christliche Liebestätigkeit bald deutlicher,bald matter wie ein roter Faden durch alle Perioden der Kirchen-geschichte hindurch und ist bei allen Konfessionen zu finden. Dochbeschränken wir uns, sie im alten Basel etwas genauer kennen zulernen.
Der gegebene Ort für die Unterstützung war die Zunft,die ja jeder vollberechtigte Bürger besitzen mußte. Ohne siekonnte kein Gewerbe oder Handwerk betrieben und der Kampfgegen die leidige Konkurrenz nicht wirksam genug geführt werden.Sie bestimmte vermittels ihrer Vertreter im Rat den Arbeitslohn,den Preis der Lebensmittel und Produkte, ja sogar den Kapitalzinsund sicherte daher jedem ein erträgliches Einkommen. War esda nicht auch geboten, sich der leidenden Brüder anzunehmen unddie Witwen und Waisen zu unterstützen?
Nun, etwas freilich ist immerhin geschehen. Schon im Mittel-alter waren durch die Bruderschaften, die man gegen eine be-sondere Einkaufssumme erwerben konnte, Seelenmessen, die Be-stattungskosten u. a. bestritten worden. Auch nach der Reformationwählte man unter den Zunftbrüdern den Vormund für die hinter-lassenen Kinder und sprang armen Familien mit kleinen Bei-trägen bei.
Gewöhnlich aber übernahmen die Wohltätigkeit andere Ver-waltungen und Einrichtungen: die Kirchenkasse, wöchentliche, viertel-jährliche oder einmalige Ratssteuern, das große Almosen, dasWaisenamt, das Waisenhaus, das Spital und die Kollekten.
Die aus den Erträgen der kirchlichen Kollekten geäufneteKirchenkasse stand unter der Verwaltung eines Geistlichen derbetreffenden Kirche. Diesem wurden auch von Privatpersonenandere Gelder und Geschenke übergeben. Genügten sie nicht,so empfahl man die Notleidenden durch Scheine dem Rat zuwöchentlichen, vierteljährlichen oder einmaligen Ratssteuern. Diesenahmen zu Zeiten eine so bedeutende Höhe an, daß man inernstliche Besorgnis geriet. Dann wurden die alten Verordnungen