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und des Botanischen Gartens 1838—1842 unter der Leitung desArchitekten Riggenbach errichtet worden.
Das Sondersiechenhaus zu St. Jakob und wohl auch dasSiechenhaus und Spital zu Liestal verdanken ihre Entstehungder Kreuzzugsbewegung, die so lange Jahre Millionen vonHerzen zu heiliger Begeisterung entflammte. „Vom Morgenlandher breitete sich der Aussatz, meist eine Folge der Ansteckungdurch körperliche Berührung, über alle Länder der Christen-heit aus. Die den Körper furchtbar entstellende Krankheit, ver-bunden mit der Unkenntnis irgend eines Heilmittels, erfüllte dieBetroffenen wie die Bedrohten mit wahrer Verzweiflung. Schonlange hatten sich zu Venedig und in den italischen Städten dieRegierungen und die geistlichen Bruderschaften zusammengetan,um den Unglücklichen wenigstens Leibespflege und Seelentrost zuverschaffen; sie hatten sogenannte Leprosorien') errichtet, Pflege-häuser, in denen freiwillige Laienbrüder und Geistliche unter demPatronat des armen Lazarus die schwere Aufgabe der Pflege er-füllten. Daher nannte man solche Zufluchtsorte auch Lazarette.Länger ging es, bis in den deutschen und nördlichen Ländern dieLiebe zu den Unglücklichen erwachte. Der Schrecken und derAbscheu vor den „Siechen", wie man sie nannte, waltete vor,und in Städten und Dörfern wußte man nichts Besseres, als dieAbweisung und selbst die brutal gewaltsame Rückweisung derumherschweifenden Unglücklichen anzuordnen und peinlich streng zuüberwachen. Die verlorenen Menschenkinder waren somit ausge-stoßen von Familie und Heimat und niußten im Felde, im Walde,in heimlich erreichten Schlupfwinkeln die unter solchem Dasein undsolchen Entbehrungen abgekürzten Lebenstage verbringen. Siewurden im Volksmund „Feldsieche" genannt, und das Gesetz schloßsie aus dem Kreise der Lebenden aus. Ihnen gehörte kein Gutmehr, und ein Testament durften sie nicht mehr machen; das Weibward als Witwe erklärt, und die Familie ordnete für den lebendigToten die Seelmessen an, als ob er dieser Erde entrückt wäre."*)
') Von neulat., griech. Lepra, Leprosis Aussatz.*) Birmann „Gesammelte Schriften" II, 346.