Auch Basel besaß schon im 13. Jahrhundert ein Siechen-haus, eine „Jnfirmerie", wo solche Unglückliche Aufnahmefanden, und zwar am Kohlend erg. Ein zweites muß vor demEschemertor gewesen sein, an der Malenz- oder Malzgasse; dennMalattia oder Malzei nannte man auch die Krankheit nach einemitalienischen Worte. Darauf wurde um 126b dasjenige zuSt. Jakob gebaut. „Denn an der Heerstraße standen gewöhnlichdiese Zufluchtsorte, damit der Wanderer, der glückliche, mit seinemAlmosen „den armen Kindern," den „armen Dürftigen im Felde"ein Opfer seines Mitleids böte." Es wurde die Lebensart zuSt. Jakob geordnet, den Kranken die Arbeit im freien Felde unterstrenger Überwachung erlaubt unter bloß halber Umhüllung desGesichts, während in den Gassen die volle Deckung des Gesichtsund der Glieder geboten war. Da kamen die vermummten un-heimlichen Gestalten mit einer Klapper in der Hand, um die Be-gegnenden zu warnen, daß sie aus dem Wege träten; diesen strecktensie an langem Stock den Beutel zum Empfang des Almosens, denHaustüren aber den Napf entgegen zur Aufnahme von Suppeund andern Nahrungsmitteln.')
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Ebenfalls ein Kind der Kreuzzüge ist wohl das Siechenha usund vielleicht auch das alte Krankenh aus in Liestal. Währenddieses beim obern Brunnen in der Hauptgasse des Städtchens selbststand, 2 ) hatte man jenes unterhalb der Feldmühle am Rösern-bächlein errichtet. „Es war ursprünglich ein niedriges Gebäudemit sechs nebeneinander liegenden Kammern, außen in Steinerbaut, mit hölzernem Einbau. Nach der Straße zu zeigten sichbloß sechs vergitterte kleine Fensterlöcher und in der Mitte derFront die Tür, an der an einem Lederstreifen der hölzerneKlöppel zum Anklopfen hing. Nach der Hintern Seite gingen,je drei auf beiden Seiten der Türe, die größern Fensterlöcherder Kammern oder Zellen, im Winter alle mit Schweinsblasen
') Birmann II, 347.
*) Brodbeck, Geschichte von Liestal.