Band 
Fünfter Teil.
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Jugend. Treulich sorgen die Eltern für die Zukunft; ein glücklichesLeben scheint ihm bevorzustehen. Doch plötzlich treten allerleiUnglücksfälle ein; sein Leben geht unter Kummer und Elend zuEnde. Also auch in dieser Anwendung gilt das Wort: „Mansoll den Tag nicht vor dem Abend loben". In solchem Sinnesprach einst der weise Solon zu dem Könige Krösus: „Niemandist vor dem Tode glücklich zu preisen". Und Krösus hat die Wahr-heit dieses Satzes auf dem Scheiterhaufen erkannt und bekannt.

(6 Richter.)

70. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Wir wissen, daß das Gold glänzt und seinen Glanz behält,auch wenn es lange Zeit der Luft ausgesetzt ist oder im Wasseroder selbst im Schmutze liegt. Es ist ein edles Metall; an Wertübertrifft es das Silber, das ihm am nächsten kommt, um dasFünfzehnfache. Daher wird das Gold geschätzt und eifrig gesucht.

Es gibt aber auch unedle Metalle und Mischungen, dieglänzend gemacht werden können, so daß sie dem Golde ähneln,besonders Similor,*) Messing, Tombak*). Der Unkundige nimmt,durch den Glanz getäuscht, leicht für Gold, was nicht Gold ist,wie er auch falsche Edelsteine für echte ansteht. Wenn Kinder aneinem glänzenden Geschmeide sich freuen, als wenn es von Goldwäre, so ist der Irrtum unschädlich und verzeihlich. Werden Er-wachsene getäuscht, so ist's Schaden und Schande. Der Kenneraber sieht auf den ersten Blick, ob er Gold vor sich hat odernicht; um genauer zu erforschen, ob der Gegenstand bloß über-goldet oder lauter Gold fei, braucht er Wage, Probiernadel oderProbierstein und Salpetersäure, von der Silber und Kupfer ange-griffen werden, nur das Gold nicht. Da muß also jeder Scheinschwinden.

Wir merken aber wohl, daß der Sinn des Sprichwortesweiter geht, ja daß wir mit unserer Erklärung bis jetzt nur die

') Mischung von Kupfer und Zink.

’) Mischung von Kupfer, Zink und Zinn.

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