Band 
Fünfter Teil.
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Öfters dacht' ich mir auch schon die Flucht, und habe die bestenSachen zusammengepackt, das alte Geld und die KettenMeiner seligen Mutter, wovon noch nichts verkauft ist.

Freilich bliebe noch vieles zurück, das so leicht nicht geschafft') wird.

5 Selbst die Kräuter und Wurzeln, mit vielem Fleiße gesammelt.

Mißt' ich ungern, wenn auch der Wert der Ware nicht groß ist.

Bleibt der Provisor-) zurück, so geh' ich getröstet von Hause.

Hab' ich die Barschaft gerettet und meinen Körper, so hab' ich |Alles gerettet; der einzelne Mann entfliehet am leichtsten."

Hermann, der Sohn des Hauses, der inzwischen heimgekehrt ist, entgegnet:i» „Keineswegs denk' ich wie Ihr, und tadle die Rede.

Ist wohl der ein würdiger Mann, der im Glück und im UnglückSich nur allein bedenkt, und Leiden und Freuden zu teilenNicht verstehet und nicht dazu von Herzen bewegt wird?

Lieber möcht' ich als je mich heute zur Heirat entschließen;

15 Denn manch gutes Mädchen bedarf des schützenden Mannes,

Und der Mann des erheiternden Weibs, wenn ihnr Unglück bevorsteht."

Der Vater freut sich der vernünftigen Rede Hermanns, und die Mnttererzählt, wie auch ihr Ehebund in trauriger Stunde geschlossen worden sei.

„Sohn, fürwahr! du hast recht; wir Eltern gaben das Beispiel. 20Denn wir haben uns nicht an fröhlichen Tagen erwählet.

Und uns knüpfte vielmehr die traurigste Stunde zusammen.

20 Zwanzig Jahre sind's nun; es war ein Sonntag wie heute,

Fleiß und trocken die Zeit, und wenig Wasser im Orte.

Alle Leute waren spazierend in festlichen Kleidern r 2r>

Auf den Dörfern verteilt und in den Schenken und Mühlen").

Da am Ende der Stadt begann das Feuer. Der Brand lief25 Eilig die Straßen hindurch, erzeugend sich selber den Zugwind.

Und es brannten die Scheunen der reichgesammelten Ernte,

Und es brannten die Straßen bis zu dem Markt, und das Haus warMeines Vaters hrerneben verzehrt, und dieses zugleich mit. ^

Wenig flüchteten wir. Ich saß die traurige Nacht durch30 Vor der Stadt auf dem Anger, die Kasten und Betten bewahrend;

Doch zuletzt befiel mich der Schlaf, und als nun des Morgens

') angeschafft. 3 ) Verwalter einer Apotheke. ’) M. — vielfach auch Wirtshäuser. ,