Band 
Fünfter Teil.
Seite
391
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Umdichtung.

1. Es klingt uns voll zu Ohren mancher alte SangVon Helden auserkoren und kühnem Waffengang.

So hört denn Wunder sagen von Lust und Festlichkeit,Von Weinen und von Klagen und tapfrer Recken Tat im Streit!

2. Es blüht’ ein schönes Mägdlein im Burgundenreich:An Schönheit war ihr keine in einem Lande gleich.

Die holdsel’ge Kriemhild wohl Schönheitspreis empfing,Doch um ihretwillen mancher Held zugrunde ging.

3. In Gedanken liebte die Jungfrau wonnesamWohl mancher kühne Recke: keiner war ihr gram.Wunderlieblich war sie, die hohe Maid, zu schau’n:

Ihr jungfräulicher Adel ehrte alle holden Frau’n.

4. Drei hohe, mächt’ge Fürsten nahmen sie in Hut,Herr Günther und Gernot, die Recken stark und gut,

Und Giselher der junge, ein auserwählter Mann:

Der königlichen Schwester nahmen sie sich sorglich an.

5. Sie waren freigebig, von adligem Geschlecht;

Kühne Kraft bewährten sie oftmals im Gefecht.

Vorn Stamme der Burgunden den Namen hatt’ ihr Reich:In Etzels Land vollbrachten sie einst Taten wundergleich.

6. Mit ihrem Hofhält lebten sie zu Worms am Rhein.Des Landes stolze Ritter dienten im Verein

Ihnen bis aus Ende, hoher Ehren voll;

Einst endeten sie traurig durch zweier edler Frauen Groll.

Sinn. — ’) muotten prn't. von mnoten mit gen , begehren. — '“) eiertenist conj. prait.

■1. “) pflügen pnet. von pflegen mit gen., für sie sorgten, sie beschützten.!>. '*) mitte, freigebig; eine in mittelalterlichen Dichtungen an Fürsten haupt-sächlich gerühmte F.igenschaft. — ”) arde dat. von art, Abstammung.— “) frumten prset. von frümen, vollbringen. — “) sit adv., später.0. ’•) kraft, hier die Menge der Dienetmannen. — ll ) sint, dasclbe wassit (5, 4). — ’*) nit, llaiä.