Band 
Fünfter Teil.
Seite
394
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Viele werben vergeblich um sie. Da hört auch Siegfried,Sohn des Königs Siegmund und der Siegelind zu Santen inNiederlanden, von ihrer großen Schönheit. In früher Jugendschon hat er Wunder mit feiner Hand getan; den Hort der Nibelungehat er gewonnen, samt dem Schwerte Balmung und der Tarn-kappe, den Lindwurm erschlagen und in dem Blute seine Haut zuHorn gebadet. Selbzwölfte zieht er jetzt aus, Kriemhilden zu er-werben, umsonst gewarnt von den Eltern vor der burgundische»Recken Übermut. Köstlich ausgerüstet, reitet er zu Worms aufden Hof und fordert den König Günther zum Kampf um Landund Leute. Doch im Gedanken an die Jungfrau läßt er sich be-gütigen und bleibt ein volles Jahr in Freundschaft und Ehre dort,ohne Kriemhilden zu sehen. Sie aber blickt heimlich durch das' Fenster, wenn er auf dem Hofe den Stein oder den Schaft wirft.Siegfried heerfahrtet für Günthern gegen die Könige Liudeger vonSachsenland und dessen Bruder, Liudegast von Dänemark; beide ,nimmt er gefangen. Als Kriemhilden ein Bote meldet, wie herrlichvor allen Siegfried gestritten, da erblüht rosenrot ihr schönesAntlitz; reiche Miete läßt sie dem Boten geben. Günther aberbereitet seinen Helden ein großes Fest, bei dem Siegfried Kriem-hilden sehen soll; denn die Könige wollen ihn festhalten. Wieaus den Wolken der rote Morgen geht die Minnigliche hervor;wie der Mond vor den Sternen leuchtet sie vor den Jungfrauen,die ihr folgen; Dienstmannen, Schwerter in Händen, treten voran.Sie grüßt den Helden, sie geht an seiner Hand; nie in Sommerzeitnoch Maientagen gewann er solche Freude.

Fern über See, auf Island, wohnt die schöne KöniginBrünhild. Wer ihrer Minne begehrt, muß in drei Spielen ihrobsiegen, in Speerschießen, Steinwurf und Sprung; fehlt er ineinem, so hat er das Haupt verloren. Auf sie stellt König Güntherden Sinn und gelobt seine Schwester dem kühnen Siegfried, wennder ihm Brüuhildeu erwerben helfe. Mit Hagen und Dankwartbesteigen die beiden ein Schifflein und führen selbst das Ruder.Sie fahren mit gutem Winde den Rhein hinab in die See. Amzwölften Morgen kommen sie zur Burg Jsensteiu, wo Brünhild