Band 
Fünfter Teil.
Seite
395
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mit ihren Jungfrauen im Fenster steht. Als die Helden an dasLand getreten, hält Siegfried dem Könige das Roß, damit er fürdessen Dienstmann gehalten werde. Sie reiten in die Burg, Sieg-fried und Günther mit schneeweißen Rossen und Gewänden, Hagenund Dankwart rabenschwarz gekleidet. Brünhild grüßt Siegfriedenvor dem Könige. Die Kampfspiele heben an; unsichtbar durchdie Tarnkappe, steht Siegfried bei Günthern; er übernimmt dieWerke, der König die Gebärde. Brünhild streift sich die Ärmelauf, einen Schild faßt sie, den vier Kämmerer kaum hergetragen,einen Speer, gleichmäßig schwer, schießt sie auf Günthers Schild,daß die Schneide hindurchbricht und die beiden Männer straucheln;aber kräftiger noch wirft Siegfried den umgekehrten Speer zurück.Einen Stein, den zwölf Männer mühlich trügen, wirft sie zwölfKlafter weit, und über den Wurf hinaus noch springt sie in klingenden«Waffenkleid; doch weiter wirst Siegfried den Stein, weiter trägter den König im Sprunge. Zürnend erkennt Brünhild sich besiegtu««d heißt ihre Mannen Grmthern huldigen. Zum Rheins willsie ihm erst folgen, wenn sie zuvor all ihre Freunde befandt hat.Jeder Gefahr zu begegnen, schifft Siegfried heimlich von bannen,zum Lande der Nibelunge, wo er den großen Schatz hat; dortprüft er mit Kampfe den riesenhaften Burghüter und den ZwergAlberich, der des Hortes pflegt; dann «vählt er tausend der bestenRecken von den Nibelungen, die ihm dienstbar sind, und kehrtmit ihnen gen Jsenstein zurück.

Brünhild wird nun heiingeführt und zu Worms herrlichempfangen. Am gleichen Tage vermählt sich Günther mit Brün-hilden und Siegfried mit Kriemhilden. Doch Brünhild hat ge-weint, als sie Kriemhilden bei Siegfried am Mahle sitzen sah;vorgeblich, weil ihr leid sei, daß des Königs Schivester einem Dienst-mann gegeben werde; sie will nicht Günthers Weib werden, bevorsie genau wisse, wie es so gekominen. Als Günther ihr dies nichtsagen will, bindet sie ihm mit ihrem Gürtel Füß' und Hände zu-sammen und läßt ihn so die Nacht über an einem Nagel hoch ander Wand hangen. Siegfried bemerkt am andern Tage des KönigsTraurigkeit, errät den Grund unb kommt in der Tanckappe, ringt