Band 
Fünfter Teil.
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Am Fuße der gähen Felsenwand,

Wo der Schnee zur Sonnenwend’ erst schwand;Ihn lockt’ nicht das warme Sonnenland,

Er blieb und ließ die andernHinunter nach Gallien wandern.

3. Gesegnet war er mit Kindern zwei’n,

Klein Gyptis, so hieß das Töchterlein,

Das Söhnlein nannten sie Noreswan.

Es liebten sich Bruder und Schwester;

Und klettert der Knabe den Fels hinan,

Zu birschen das Reh, zu balzen den Hahn,

Zu suchen der Falken Nester,

So folgt ihm auf steiler, schwindliger BahnMit fröhlichem Mute die Schwester.

4. Jung Noreswan jauchzt in die Ferne hinaus,Klein Gyptis windet die Blumen zum Strauß,

Des Lenzes liebliche Boten.

Es spielt der Wind mit dem blonden HaarDes Kinds und dem braunen des Rangen.

Es hatte geschenkt WinidumarDem Mägdlein die goldenen Spangen,

Die zierlich sich wanden um Knöchel und ArmWie zwei sich ringelnde Schlangen.

5. Sieh die rosige Wang’,

Wie sie plötzlich erblaßt!

Welch Schrecken, so bang,

Hat sie jählings erfaßt?

Sie deutet zur Tiefe mit Beben:

Dort wirbelt der Rauch,

Dort züngelt die Flamm’,

Es glitzert der Römerhelm auf dem Damm,

Der zur heimischen Pfahlburg führet.

Bald hatte der Brand die Stätte verzehrt,

Der Römer war’s, der ihn geschüret.