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5. Die Legionen faulen wie Saaten welk vom Frost,
Der Tau fällt auf die Leichen, am Panzer frißt der Rost,
Um leere Zelte hangen die Fahnen schlaff herum,
Die Speere liegen müßig und die Trommeten stumm.
6. Laut klagen nun die Witwen von Assur Tag und Nacht,Die Götzen Baals, sie sinken und seiner Tempel Pracht.
Stets, wenn auch wider Heiden kein Schwert uns Sieg verlieh,Stets ist der Arm Jehovas gekommen über sie. (§. Leuthold,)
113. Das Joch am Leman.
(Nach einem Bilde von Gleyre.')
1. „Die einen liegen tot mit ihren Wunden,
Die andern treiben wir daher gebunden!
Den Römeraar der Zwillingslegion,
Im Männerkampf, im Roßgestampf entrissenDer eingegarnten Wölfin scharfen Bissen,
Schwingt Diviko, der Berge Sohn!"
2. Weit blaut die Seeflut. Scheltend jagen TreiberAm Ufer einen Haufen Menschenleiber,
Die nackte Schmach umjauchzt Triumphgesang,
Ein Jüngling kreist auf einem falben PferdeUm die zu zwei'n gepaarte RömerherdeDie Krümmen des Gestads entlang.
3. Er schleudert auf den Aar mit stolzem Schreie,
Er schickt den Ruf empor zur Firnenreihe —
Die Grät' und Wände blicken groß und bleich —
„Hebt, Ahnen, euch vom Silbersitz, zu schauenDie Pforte, die wir für den Räuber bauen,
Der sich verstieg in euer Reich!
') Zur Erinnerung an das Bild Gleyres im Museum von Lausanne-Der Sieg des jungen Tiguriners Diviko über den Konsul Cassius Longinu»füllt in das Jahr 107 v. Chr. Die Geschichtsforschung hat ergeben, daß dieserKampf nicht am Genfersee stattfand — wie es auch noch Gleyre darstellte —'sondern bei Agen an der Garonne. Das Joch wird ausdrücklich erwähnt vonCäsar, beilum galt. I. 12.