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4. Wir bauen nicht mit Mörtel noch mit Steinen;Zwei Speere pflanzt! Querüber bindet einen!
Zwei Römerköpfe drauf! Es ist getan!" —
Das Joch umsteh'n verwog'ne KriegsgesellenMit Auerhörnern und mit BärenfellenUnd schauen sich das Bauwerk an.
5. Die Hörner dröhnen. Zu der blut'gen PforteStrömt her das Volk aus jedem Tal und Orte,
Groß wundert sich am Joch die Kinderschar,
Ein Mädelreigen springt in heller FreudeUm das von Schande triefende Gebäude,
Den blüh'nden Veilchenkranz im Haar.
6. Der Manlierstirn verzog'ne Brauen grollen,
Des Claudierkopfs erhitzte Augen rollen —
Der Hirtenknabe geißelt wie ein Rind
Den Brutusenkel. Sich durchs Joch zu bücken,
Krümmt jetzt das erste Römerpaar den Rücken,
Und gellend lacht das Alpenkind.
7. Mit starren Zügen blickt, als ob er spotte,
Ein Felsenblock, der eigen ist dem Gotte,
Drauf hoch des Landes Priesterinnen stehn:
Ein hell Geschöpf in sonnenlichten Flechten
Und eine Drude mit geballter RechtenUnd rabenschwarzer Haare Wehn.
8. Die Dunkle höhnt: „Geht, Römer, schneidet SteckenMit Lumpen gürtet euch und Bettelsäcken!
Euch peitsch' ein wildes Wetter durch die Schlucht,Verflucht der Steg, darüber ihr gekommen,
Und wen ihr euch zum Führer habt genommen.
Er sei am ganzen Leib verflucht!"
9. Die Lichte fleht: „Du blitzest in den Lüften,Umschwebst die Spitzen, hausest in den Klüften,
Behüte, Geist der Firn', uns lange noch!"