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Der Mittag sengend niedersehmolz;
Am Horizont aus Dunst und HitzeWuchs schweres Gewölk im Sonnenblitze.
Ein Krater schien es, dessen Rachen
Von Brausen schwoll, von dumpfem Krachen,
Wie Donner klang es rastlos grollend,
Wie Knattern und Brodeln, in Stößen rollend.Dort drüben rangen, verhüllt von Dampf,
Zwei Heere den Vernichtungskampf,
Es schnürte sich ein stählernes NetzUm das berannte, verlorene Metz.
Doch freundlich schien die Sonne hier;
Auf Posten stand ein Grenadier,
An Wuchs ein Riese, hell von Haar,
Ein Kerl, mit dem nicht zu spassen war,
Der sperrte den Weg und rief sein Halt.
Vor ihm, kaum sechzehn Winter alt,
Barfüßig, ein Mädchen, im Kleid voll Flicken,Maß den Prüssien mit bösen Blicken.
Und wie der schweigend rückwärts wies,Schlich sie beiseit durch Heid’ und Kies.Wollt’ Beeren sammeln in einen Krug,
Den mühsam ihr Arm, der magre, trug.
Doch tief im sonnengleißenden HagDie Kupfernatter geringelt lag,
Die hat, zu züngelndem Sprunge gezückt,
Den Zahn in des Mädchens Ferse gedrückt.Auf schreit das Opfer, sinnberaubt —
Da senkt der Feind sein behelmtes Haupt,Und niederkniend hält er, fest,
Den Mund auf die bläuliche Wunde gepreßt,Aufsaugend das Gift, errettend das Kind.
Es hob sich kühl der Abendwind,
Auf zwei gesenkte MenschenstirnenFiel Liebesgruß von ew’gen Firnen.