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Sie schieden; die Sonne sank heiß und sacht,
Im Blutrausch vertobte die Sommerschlacht,
Ein Völkerkampf brach dort sich Bahn,
Hier ward ein Liebeswerk getan,
Und welches der Werke größres war,
Macht einst das Jenseits offenbar.
Denn nur die Liebe kann erlösen
Von Haß, von Krieg, vorn Fluch des Bösen.
(Prinz Emil von Schönaieh-Carolath.)
126. Die traurige Krönung.
1. Es war ein König Mile-
sint.
Von dem will ich euch sagen:Der meuchelte sein Bruderkind,Wollte selbst die Krone tragen.Die Krönung ward mit PrangenAuf Liffep-Schloß begangen.
O Irland! Irland! wärest duso blind?
2 . Der König fitzt um Mitter-
nacht
Im leeren Marmorsaale,
Sieht irr in all die neue Pracht,Wie trunken von dem Mahle,Er spricht zu seinem Sohne:„Noch einmal bring die Krone!Doch schau', wer hat die Pfortenaufgemacht?"
3. Da kommt ein seltsam
Totenspiel,
Ein Zug mit leisen Tritten,Vermummte Gäste groß und viel.Eine Krone schwankt inmitten;
Es drängt sich durch die PforteMit Flüstern ohne Worte;Dem Könige, dem wird so geister-schwül.
4. Und aus der schwarzen
Menge blickt
Ein Kind mit frischer Wunde;Es lächelt sterbensweh und nickt,Es macht im Saal die Runde,Es trippelt zu dem Throne,
Es reichet eine KroneDem Könige, des Herze tieferschrickt.
5. Darauf der Zug vondannen
strich,
Von Morgenluft berauschet,
Die Kerzen flackern wunderlich,Der Mond am Fenster lauschet;Der Sohn mit Angst undSchweigen
Zum Vater tät sich neigen, —-Er neiget über eine Leiche sich-(Eduard Möricke.)