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127. Tod in Ähren.
1. Im Weizenfeld, in Korn und Mohn,
Liegt ein Soldat, unaufgefunden,
Zwei Tage schon, zwei Nächte schon,
Mit schweren Wunden, unverbunden,
2. Durstüberquält und fieberwild,
Im Todeskampf den Kopf erhoben.
Ein letzter Traum, ein letztes Bild,
Sein brechend Auge schlägt nach oben.
3. Die Sense rauscht im Ährenfeld,
Er sieht sein Dorf im Arbeitsfrieden.
Ade, ade, du Heimatwelt —
Und beugt das Haupt und ist verschieden.
(Detlev von Liliencron.)
128. Hochzeitslied.
1. Wir singen und sagen vorn Grafen so gern,
Der hier in dem Schlosse gehauset,
Da, wo ihr den Enkel des seligen Herrn,
Den heute vermählten, beschmauset.
Nun hatte sich jener im heiligen KriegZu Ehren gestritten durch mannigen Sieg,
Und als er zu Hause vorn Rösselein stieg,
Da fand er sein Schlösselein oben,
Doch Diener und Habe zerstoben.
2. Da bist du nun, Gräflein, da bist du zu Haus,Das Heimische findest du schlimmer!
Zum Fenster, da ziehen die Winde hinaus,
Sie kommen durch alle die Zimmer.
Was wäre zu tun in der herbstlichen Nacht?
So hab’ ich doch manche noch schlimmer vollbracht,Der Morgen hat alles wohl besser gemacht.
Drum rasch bei der mündlichen HelleIns Bett, in das Stroh, ins Gestelle!
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