Band 
Fünfter Teil.
Seite
453
JPEG-Download
 

453

An mir vorüber zogen mit Schalmei'nDie Herden nieder von den Sommerhöh'n.

4. Die Herden kehren alle heut' nach Haus —

Das ist die letzte wohl? Nein, eine noch:

Noch ein Geläut' klingt an, und eins klingt aus!

Das endet nicht! Da kam das letzte doch! ' >

5. Mich überflutete das Abendrot,

Die Matten dunkelten so grün und rein.

Die Firne brannten aus und waren tot.

Darüber glomm ein leiser Sternenschein —

6. Da horch! ein Glöcklein läutet in der Schlucht,

Verirrt, verspätet, wandert's ohne Ruh,

Ein armes Glöcklein, das die Herde sucht —

Auf wacht' ich dann, und bei mir wärest du!

7. O, bring mich wieder aus die lieben Höh'n —

Sie haben, sagst du, mich gesund gemacht. . .

Dort war es schön! Dort war es wunderschön!

Das Glöcklein! Wieder! Hörst du's? Gute Nacht..."

(Honr. Ferd. Meyer.)

131. Der junge Schiffer.

1. Dort bläht ein Schiff dieSegel

Frisch saust hinein der Wind!Der Anker wird gelichtet.

Das Steuer flugs gerichtet,Vun fliegt's hinaus geschwind.

2. Ein kühner WasseroogelKreist griißend um den Mast,Die Sonne brennt herunter.Manch Fischlein, blank undmunter,

Umgaukelt keck den Gast.

3. Wär' gern hineingesprungen,

Da draußen ist niein Reich!

Ich bin ja jung von Jahren,

Da ist's mir nur ums Fahren,

Wohin? das gilt mir gleich! ^Friedrich Hebbel.)