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22. Und lauter immer wird die Frage,
Und ahnend fliegt’s mit BlitzesschlageDurch alle Herzen: „Gebet acht,
Das ist der Eumeniden Macht!
Der fromme Dichter wird gerochen,
Der Mörder bietet selbst sich dar —
Ergreift ihn, der das Wort gesprochen,
Und ihn, an den’s gerichtet war!“
23. Doch dem war kaum das Wort entfahren,Möcht’ er’s im Busen gern bewahren;
Umsonst! der Schreckenbleiche Mund
Macht schnell die Schuldbewußten kund.
Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
Die Szene wird zum Tribunal,
Und es gesteh’n die Bösewichter,
Getroffen von der Rache Strahl.
(Fr. Schiller, August 1797.)
144. Zu Schillers Gedächtnis.
(1759. 1805. 1905.)
Rings strahlten die Berge im neuen Schnee.
Sie fuhren über den Nrnersee,
Hans Truttmann, der Bauer, und sein Bub',
Und schwere Furchen ihr Ruder grub.
Doch als sie kamen zum Mythenstein,
Da stand ein Name gerissen ein.
Gegraben tief und mit goldenem Stift.
Im Spätlicht schimmerte die Schrift:
„Dem Sänger Teils!" — Der Knabe las.
Und sacht glitt der Nauen vorbei, fürbaß.
Der Knabe sann und hob das Gesicht.
Er kannte den Tell, seinen Sänger nicht. ‘
Er sah ins Blaue; dann fiel ihm ein:
„Ihr — Vater — was meinte die Schrift am Stein?"