480
5. Zehn Jahre hat er im Sonnenbrand
Die Scholle durchwühlt und des Flusses Sand.
6. Sein Brot, sein Lager — sie waren hart;Doch hat er Gold zusammengescharrt.
7. Zehn lange Jahre voll Sorg’ und Müh’;
Er ruhete nimmer, er schlummerte nie.
8. Was tut’s, daß schon sein Haar erbleicht?Gold wollt’ er gewinnen. — Er hat’s erreicht:
9. Er hält es im Arme, ’s ist schwer und viel.„Nur eine Stunde noch zum Ziel!“
10. Er murmelt’s leis, er zittert wohl.
Es schwankt das Schiff, die See geht hohl. —
*
11. Und lauter braust es; der Donner kracht,Und Blitze durchzucken die Schreckensnacht. —
12. Da gellt ein Schrei: Hilf, Himmel, das Schiff —Es ist zerschellt am Felsenriff. —
13. Doch kräftigen Armes teilt er die Flut;
Das Gold, das Gold, er hält es gut.
14. Jetzt wahr’ ihn gut, deinen Schatz, dein Geld —Schon siehst du den Strand vorn Blitz erhellt. —
15. Und wieder leuchtet ein Wetterschein,
Da hört er’s zur Seite jammern und schrei’n;
16. Da sieht er ein Kind, das schaumbedecktDie flehenden Hände zum Himmel streckt.
17. Er sieht’s. — Er schaudert. — Und unbewußtPreßt er das Gold an seine Brust. .
18. Noch einmal schreit es: ihm geht’s durchs Herz.Er zaudert. — Er blicket himmelwärts —