Band 
Fünfter Teil.
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9. Da dachte keiner seiner eignen Wunde,

Wer jetzt noch aufrecht stand in Nacht und Graus.„Die Fahne fehlt, holt sie heraus!"

So scholl es laut von Mund zu Munde.

Ein Halbzug wird zum Suchen ausgesendetUnd — kommt nicht wieder, alle blieben tot,

Uns bebt das Herz; allmächt'ger Gott,

Hast du dich zürnend gegen uns gewendet?

10. „Freiwill'ge vor!" — Da blieb nicht einer stehen,Der noch sein heiß Gewehr in Händen hielt,

Und sechs, die um das Los gespielt,

Seh'n in die Nacht hinaus wir gehen. —

Zurück, vom Feind verfolgt, ein einz'ger kehrte,

Der blutete, verhüllte sein GesichtUnd schwieg, die Fahne bracht' er nicht.

Und keiner, keiner seiner Tränen wehrte. —

11. Am andern Tag, so ließ Ricciotti') melden.Fand man die Fahne fest in starrer Hand,

Zerfetzt, zerschossen, halb verbrannt

Und unter Haufen toter Helden.-

Wenn wir nun ohne Fahne wiederkommen,

Ihr Brüder allesamt, gebt uns Pardon!

Verloren haben wir sie schon,

Doch keinem Lebenden ward sie genommen.

(Julius Wolff.)

153. Albumblatt.

1. Du kommst zu mir mit einer BitteUnd reichest mir dein Album dar.

Gedenkst der alten guten Sitte,

Berufest dich auf and're gar.

2. Was aber soll der Freund dir schreiben,Der lange dir ein Führer war?

' Ricciotti: Garibaldis Sohn.