Band 
Fünfter Teil.
Seite
506
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Gesäugt an des Niles geheiligter Flut,

Gebräunt von Hispaniens südlicher Glut.

3. Ums lodernde Feuer im schwellenden Grün,

Da lagern die Männer, verwildert und kühn,

Da kauern die Weiber und rüsten das MahlUnd füllen geschäftig den alten Pokal.

4. Und Sagen und Lieder ertönen im RundWie Spaniens Gärten so blühend und bunt,

Und magische Sprüche für Not und GefahrVerkündet die Alte der horchenden Schar.

5. Schwarzäugige Mädchen beginnen den Tanz,Da sprühen die Fackeln in rötlichem Glanz,

Heiß lockt die Guitarre, die Cymbel erklingt.

Wie wilder und wilder der Reigen sich schwingt.

6. Dann ruh'n sie, ermüdet vom nächtlichen Reih'n,Es rauschen die Blumen in Schlummer sie ein.

Und die aus der glücklichen Heimat verbannt,

Sie schauen im Traume das südliche Land.

7. Doch wie nun im Osten der Morgen erwacht.Verlöschen die schönen Gefilde der Nacht;

Laut scharret das Maultier beim Tagesbeginn,

Fort zieh'» die Gestalten. — Wer sagt dir, wohin?

(Emaiiuel Geibel.)

166. Der verlassene Hof.

1. Draußen im stillen Land,Am weiten Ufer der Heide,Blüht zwischen Sumpf und SandEine silbrige Weide.

Die steht unter altem Zauber-gebot,

Daß ihre Zweige sich breiten,

Und der Hof daneben ist dochSeit langen Zeiten, sschon tot2 . Der Bauer zog hinaus,Reichtum in Truhen und

Taschen,

Den Segensspruch am HausHaben die Wetter verwaschen.