Band 
Fünfter Teil.
Seite
511
JPEG-Download
 

5. Doch sanft und mild,Des Friedens Bild,

Trotz Schall und PrallDie Kinder all

In den Betten schlummern.

In Gottes Hut was ficht sie anDer grause nächtliche Orkan?

6. Schlaft zu, schlaft zuIn tiefer Ruh!

O wie schnell, wie schnellSind auch euch zur Stell'

Die Stürme des Lebens!

Dann ist der Schlummer einTrug und Spott,Dann muß euer Wachen behütenGott!

(Gottfried Straßer.)

172. Erster Schnee.

Wie plötzlich doch bedeckt mit EisSo Strauch als Bäume stehn;

Auf letztem Grün das erste Weiß,

Wie traurig ist’s zu seh’n!

Was bangst du, Herz? Sei frisch und kühnUnd denk’, wenn Flocken weh’n:

Auf letztem Weiß das erste Grün,

Wie lieblich wird das stehn! (Joh. Nep. Vogel.)

173. Der Weiher.

Er liegt so still im Morgenlicht,

So friedlich wie ein fromm Gewissen;Wenn Weste seinen Spiegel küssen,

Des Ufers Blume fühlt es nicht;

Libellen zittern über ihn,

Blaugold’ne Stäbchen und Karmin,

Und auf des Sonnenbildes GlanzDie Wasserspinne führt den Tanz;Schwertlilienkranz am Ufer stehtUnd horcht des Schilfes Schlummerliede;Ein lindes Säuseln kommt und geht,

Als fliistr’ es: Friede! Friede! Friede!

(Anuette von Prosto-llillshoff.)