174. Abseits.
1. Es ist so still; die Heide
liegt
Im warmen Mittagssonnen-strahle.
Ein rosenroter Schimmer fliegtUm ihre alten Gräbermale;Die Kräuter blüh'n, der Heide-duft
Steigt in die blaue Sommerluft.
2. Laufläfer hasten durchs
GesträuchIn ihren gold'nen Panzer-röckchen,
Die Bienen hängen Zweig umZweig
Sich an der Edelheide Glvckchen;Die Bügel schwirren aus demKraut
Die Luft ist voller Lerchenlaut.
3. Ein halbverfallen niedrig
Haus
Steht einsam hier und sonn-beschienen;
Der Kätner') lehnt zur Türhinaus.
Behaglich blinzelnd nach denBienen;
Sein Junge auf dem Steindavor
Schnitzt Pfeifen sich aus
Kälberrohr.
4. Kaum zittert durch dieMittagsruh'
Ein Schlag der Dorsuhr, derentfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu.
Er träumt von seinen Honig-ernten.
— Kein Klang der aufgeregtenZeit
Drang noch in diese Einsamkeit.
< Theodor Storni.)
175. Das Haus in der Heide.
1. Wie lauscht, vorn Abendschein umzuckt,
Die strohgedeckte Hütte,
— Recht wie im Nest der Vogel duckt —
Aus dunkler Föhren Mitte!
2. Am B’ensterloche streckt das HauptDie weißgestirnte Sterke, 2 )
Bläst in den Abendduft und schnaubtUnd stößt ans Holzgewerke.
') Besitzer einer Kate, Häuslerwohnunq; der Häusler Hausmann,Mietsniann. *) Kuli.