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176. Amselrus.
1. Verzagt im Winter das Gemüt,
Wenn alles öd und leer,
Da klingt ein erstes VogelliedWie eine Frühlingsmär.
2. Die Amsel ist das Himmelskind,
Eh’ noch ein Blümchen lacht,
Die mit den Weisen weich und lindDie Hoffnung rege macht.
3. Schwarzgrüner Tanne Wipfelsproß,
Der frei zum Himmel ragt,
Ist dein erwähltes Sängerschloß,
Wo dir der Frühling tagt.
4. Hast dich genährt am Betteltisch,
Von manchem Feind verhetzt,
Doch ohne Groll, so fromm und frisch,
Des Menschen Herz ergötzt
5. Wenn du nicht wank im Glauben wirst,Kurzlebend Vögelein,
Wenn du das Hoffen nicht verlierst,
Darf ich wohl zaghaft sein?
(Rud. Kelterborn.)
177. Am Waldrand.
I. Am Waldrand steht ein TannenbaumMit lustig schwankendem Wipfel,
Da schwingen sich, husch, zwei Vöglein draufZuoberst auf den Gipfel,
Sie blicken herab in den Wald hineinUnd singen so laut und singen so fein.
Weiß wohl, was euch beiden so wohl gefällt:Nichts Schöneres gibt's ja in Gottes Welt,Als der Wald im roten, goldenen Abendschein.