Band 
Fünfter Teil.
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2. O könnt' ich schau'n mit euch herab,

Ihr Vöglein, auf all den Schimmer,

Aufs funkelnde Grün, auf das zitternde Licht,

Aufs neckisch holde Geflimmer,

Und säh' ich wie ihr in die Pracht hineinMit einem Mal, o wie schön müßt' es sein!

Denn mir und euch nichts so wohl gefällt,

Und Schöneres gibt's nicht in Gottes Welt,

Als der Wald im roten, goldenen Abendschein.

3. Und ist der letzte SonnenstrahlSpät aus dem Walde geschieden.

Und sinkt hernieder die stille NachtMit ihrem seligen Frieden,

Da fliegen die Vöglein ins Nest hinein,

Und dann noch im Traume klinget es fein:

Viel Schönes gibt's wohl, was uns gefällt,

Doch Schöneres gibt's nicht in Gottes Welt,

Als der Wald im roten, goldenen Abendschein.

(Friedrich Oser.)

178. Die Alpen.

1. Von Hermelin den Mantel umgeschlagen,Das trunk’ne Haupt weit über mir im Blauen,Die Alpen — wie so stolz darein sie schauen,Als wüßten sie, daß sie den Himmel tragen!

2. Gleich leichtbeschwingten Liebesboten jagenDie Silberströme hin durch Nacht und Grauen,Dem Ozeane von den hohen Frauen

Manch einen sehnsuchtsvollen Gruß zu sagen.

3. Die Herden läuten, und die Adler fliegen,Das ist ein ewig Rauschen, ewig Rinnen,

Als könnt’ das Leben nimmer hier versiegen.