Band 
Fünfter Teil.
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Vielleicht erwidert’ ich im Scherz:

Die volle Ros’ im blüh’nden Maien.

Doch stellten holde ZaubermächteMir alle drei auf einmal dar,

Den Myrtenkranz legt’ meine RechteDer jungen Mutter in das Haar.

(Eduard DülSekel.)

192. Meiner Mutter.

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen,

Ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest!

Ich sah zum Himmel deine Augen flehen.

Ein Wunsch für mich — wie liebevoll du sorgtest!Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen,

Ein Schutz für mich — wie sorgenvoll du horchtest!Längst schon dein Grab die Winde überwehen.

Ein Gruß für mich — wie liebevoll du sorgtest!

(Detlev von Liliencron.)

193. Ein Yater an seine Tochter.

1. Im Jugendglanz von sechzehn Jahren,

So trittst du heute vor mich hin,

Mit hellen Augen, braunen Haaren,

Mit frischem Herzen, frohem Sinn.

Wie glänzt dir deines Lebens Morgen,

Wie ist so licht dein Zukunftstraum,

Wie wiegt dein Herz sich, frei von Sorgen,

Wie auf der See sich wiegt der Schaum!

2. Du möchtest mit dem Vöglein fliegenVon Baum zu Baum, von Ast zu Ast,

Dann unter Rosenbäumen liegen

Zu duftumwob’ner süßer Rast,

Durch all dein Denken wehen lassenDes Jugendglückes lichten Glanz