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2. Willst du lesen ein Gedicht,Sammle dich wie zum Gebete,
Daß vor deine Seele lichtDas Gebild des Dichters trete,
Daß durch seine Form hinanDu den Blick dir aufwärts bahnestUnd, wie’s Dichteraugen sah’n,
Selbst der Schönheit Urbild ahnest!
(Adolf Stölier).
208. Zum Ziele.
1. Keiner kann im leichten SpielDieses Lebens Preis erjagen.
Fest ins Auge faß’ dein Ziel,
Bis die Pulse höher schlagenUnd sich dir an Fuß und HandWieder straff die Sehne spannt!
2. Und so wandre Schritt für SchrittDen Gefahren kühn entgegen,
Hoch das Haupt und fest den TrittUnd im Herzen Gottes Segen,
Auf der Stirn des Kampfes Schweiß:
So gewinnest du den Preis.
(Jul. Sturm.)
209. Wille.
1. Das Leben ist kein Würfelspiel,
Wir wählen beides, Weg und Ziel.
Was immer sich zum Kampfe stellt,
Ein fester Wille zwingt die Welt.
2. So mancher bleibt am Berge stehn,Er meint, ein Wunder werd’ gescheh’n.
Ja, Wunder wirkt die frohe Kraft,
Der Fleiß, den Zagheit nicht erschlafft.
(Alfred Huggenberger.)