239
parteien bildeten, wâre die Eidgenossenschaft wohl vôllig aus-einandergefallen.
3. Trennung von Appenzell (1597). — Der un-selige Rifi, der seit dem borromâischen Bunde durch die Eid-genossenschaft ging, führte auch zur Teilung des LandesAppenzell. Hier hatten 60 Jahre lang die beiden Bekennt-nisse ruhig nebeneinander bestanden. Da beschloB auf An-stiften der Kapuziner die katholische Mehrheit der KirchhôreAppenzell, keine Ketzer mehr unter sich zu dulden; dieEvangeliscben daselbst, die bislier den Gottesdienst in Gaisbesucht hatten, sollten fortan dem katholischen Gottesdienstin Appenzell beiwohnen oder die Kirchhôre verlassen. Auchmachten die Katholiken in Appenzell Miene, sich auf eigeneFaust dem Bündnis mit Spanien anzuschlieBen. Darob gerietdas ganze Land in den bittersten Hader. Um blutigen Bürger-krieg zu vermeiden, vermittelte die Tagsatzung einen Ver-gleich. Die Reformierten zogen aus den innern Roden(Bezirken) und die Katholiken aus den âuBern weg. Dann 1597erfolgte die vôllige Trennung beider Landesteile in zwei Ge-meinwesen mit eigener Obrigkeit und eigener Landsgemeinde ;doch sollten sie auf der Tagsatzung nur eine Stinnne haben,
die nicht geziihlt wurde, wenn sie sich nicht vereinigenkonnten. Das katholische Innerroden trat sofort dem boi’ro-maischen und spanischen Bunde bei.
4. Ohnmacht der Eidgenossenschaft. Die Esca-lade in Genf (1602). — War es da zu verwundern, daB dasAnsehen der ehedem so gefürchteten Eidgenossen in Europabestândig sank, daB die in sich so zerrissene Schweiz immerohnmachtiger, immer unfâhiger wurde, ihren Vorteil nachaufien zu wahren! Schon 1548 wurde Konstanz von Ôst-reich zur Unterwerfung und zur Rückkehr zum Katholi- 1548zismus genôtigt. Zürich und Bern hatten die Stadt gerne
für die Eidgenossen gerettet ; aber sie wurden durch die feind-seilge Haltung der V Ortc daran verhindert. Wenn es mitGenf nicht ebenso ging, lag die Schuld nicht an den V Orten.Vielinehr taten sie ailes, um die Stadt Savoy en in die