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fruchtlos, weil sie stets am Widerspruch einzelner Orte schei-terten. Und wenn einmal nach unsâglicher Mülie ein gemein-samer BeschluB zustande kam, so konnte sich, wie es beimDefensionale geschehen war, jeder Ort wieder davon lossagen,ohne daB die andern daran dachten, ihn zu hindern. So wardie Eidgenossenschaft zu jedem einlieitlichen Handeln nach1736 innen und auBen unfâhig geworden. Im Jahi’e 1736 schnittFrank reich wegen eines geringfügigen Yorfalls, bei wel-chem zudern das Unrecht auf seiner Seite lag, Basel allenVerkehr ab, sperrte melirere seiner Bürger zu StraBburg indie Festung und drohte ihm mit schwerer Züchtigung. Alsdeshalb vom Yorort eine Tagsatzung einberufen wurde, er-schienen die katholischen Lânder gar nicht ; Solothurn riet,Basel solle dem Kônig Genugtuung geben, und Freiburg ver-wahrte sich dagegen, daB diese Sache zur eidgenôssischen ge-maclit werde, „damit nicht am Ende die ganze Eidgenossen-schaft beim franzôsischen Hofe in Ungnade falle“. Nicht ein-mal der Vorschlag einer „ehrerbietigen Yorstellung“ an denKônig fand Grade vor den katholischen Stânden. So muBtesich demi Basel, da es von den Miteidgenossen so schmâhlichim Stich gelassen wurde, an den englischen Gesandten inParis wendep und durch ihn die „GroBmut“ des franzôsischenHofes anrufen. Erst das Schicksal Polens, das infolge âhnlicherZustande von den Nachbarmâchten geteilt wurde, schrecktedie Eidgenossen einigermafien aus ihrer elenden Kleinstaaterei1777 auf. Im Jahre 1777 schlossen sâmtliche Kantone ein Bündnismit Ludwig XVI. von Frankreich, das einzige gemeinsameWerk, wozu sie sich im 18. Jahrhundert aufrafften. Undselbst hier trat die trostlose Zerrissenheit der Eidgenossen-schaft zutage, indem die Mehrzâhl der katholischen Stândesich hartnâckig weigerte, auch Genf und Neuenburg zu diesemBündnis zuzulassen, da nach ihrem Dafürhalten diese calvini-schen Gebiete nicht würdig waren, zur Schweiz zu gehôren.
2. Schmâhliche Regierung in den gemeinenHerrschaften. — Das Einzige, was die Eidgenossenschaftnoch wirklich zusammenhielt, waren — es ist traurig zu