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Schweizergeschichte : ein Handbuch für Schüler / von J. König
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sondern zu einem durch Handel, Gewerbe, Wissenschaft und strenge Sitte^ blühenden Gemeinwesen erhoben.

1564 starb Calvin; unausgesetzte, allzugroße Arbeit hatte seinenschwachen Körper frühzeitig erschöpft. Ihm folgte Theodor Beza, einvielseitig gebildeter, edler Mann, der vierzig Jahre lang die Kirche Genfsin gleichem Sinne leitete.

IV. Die Folgen der Glaubenstrennung.

Die Reformation hatte eine Erneuerung des geistigen und religiösenLebens und Reinigung der Sitten zur Folge. Das öffentliche und dasFamilienleben wurden durch dieselbe veredelt. Ackerbau, Handel und Ge-werbe hoben sich zusehends in den evangelischen Orten, und zu einer all-gemeinen Volksbildung wurde damals der erste Grundstein gelegt.

Auch die katholische Kirche wurde genöthigt, sich aus ihrer Erschlaffungund Entartung aufzuraffen, wenn sie nicht vollständig zu Grunde gehenwollte. Eine strengere Sittenzucht für Klöster und Geistlichkeit wurdeeingeführt und für bessere Bildung der letzter» gesorgt. Die Kirchenversammlungin Trident, 1545 1563, faßte zahlreiche Beschlüsse in diesem Sinne,

' ließ aber Verfassung und Glaubenslehre der katholischen Kirche unverändertund sprach einen furchtbaren Fluch über alle Abtrünnigen aus.

Die schwer erschütterte Kirche erhob ihr Haupt wieder und begannentschlossen den Kampf gegen die Reformation und Pflanzte damit in denGemüthern Glaubenshaß und Verfolgungssucht. Diese wurdebesonders durch den im Jahr 1540 gegründeten Orden der Jesuitengenährt. Die Ketzergerichte verfolgten mit Härte und Grausamkeitim Namen der Religion der Liebe jegliche Abweichung von der katholischenKirchenlehre. Der Jesuitenorden hatte sich die Ausrottung der Reformationzur Aufgabe gemacht und wurde der gewaltige Streiter und Vorkämpferder katholischen Kirche. Einheitliches Zusammenwirken, Rücksichtslosigkeitin der Wahl seiner Mittel, unbedingten Gehorsam gegen die Obern, un-geheure Reichthümer, die ihm von allen Seiten zustoßen, verschafften demOrden bald eine außerordentliche Macht. Jesuiten wurden die Beichtväterund Rathgeber der Fürsten und die Erzieher ihrer Söhne. Ueberallgründeten sie Schulen und Erziehungsanstalten, um sich dadurch auch dieHerrschaft über das heranwachsende Geschlecht anzueignen. Diese Schulenwurden die Pflanzstätten eines tödtlichen Hasses gegen das ganze Werkder Reformation und seine Anhänger.

Diese Wiedererhebung der katholischen Kirche nennt man die Gegen-reformation. Dabei war ein außerordentlicher Mann ganz besondersthätig Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand. Voll feurigerBegeisterung für die katholische Kirche, rastlos thätig, um den alten Glanzderselben wieder herzustellen, von edelm Charakter und reine» Sitten,