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dieses ober jenes Volk bezwungen, wurde der Kleinetraurig und sagte mit Thränen in den Augen: „Ach, meinVater wird nach die ganze Welt erobern und mir Nichtszu thun übrig lassen." Am liebsten hörte er Erzählungenvan den Großthaten der alten Helden, von Krieg undSchlachten. Homer war deshalb sein Lieblingsbuch, einHeld zu sein, wie Achilles, sein innigster Wunsch. DesNachts hatte er das Buch unter seinem Kopfkissen liegen,um darin zu lesen, sobald er erwache. Auch auf seinenFeldzügen führte er es bei sich und bewahrte es in einemgoldenen Kästchen.
Achtzehn Jahre alt, facht er mit in der Schlacht beiChäranea; der Sieg war hauptsächlich sein Werk. Zwan-zig Jahre alt war er König (336-323 v. Chr.).
Schwer war für den jungen König der Anfang seinerRegierung. Rings umher standen die unterjochten Völkeraus; alle trachteten nach der Freiheit. Die Athener spot-teten seiner, nannten ihn bald einen Knaben, bald einenunerfahrenen Jüngling, van dem Nichts zu fiirchten sei.Aber blitzesschnell eilte Alexander nach Griechenland,unterjochte die empörten Völker und ließ sich, wie frühersein Vater, bei der allgeineinen Versammlung der Griechenin Karinth zum Oberanführer gegen die Perser ernennen.
Im Frühlinge des Jahres 334 brach Alexander mitden: Bundesheere der Macedvnier und Griechen zu demRachezuge gegen die Perser auf und schlug dieselben zu-erst am Granikus (334 v. Chr.) und bei Jssus (333v. Ehr.). Bei letzterni blieben über 100,000 Perser ausdem Platze. Hierauf eroberte er Aegypten und legte aneiner der westlichen Mündungen des Nil die nach seinemNamen benannte Stadt Alexandria an, welche wegenihrer vortrefflichen Lage bald der Sitz des Welthandelsund zugleich der Sammelplatz aller Künste und Wissen-schaften wurde. Nach Asien zurückgekehrt, verfolgte er denPerserkönig Darms Kodomannus und vernichtete dessen