123
gebürtig war, mitten im dichten Urwalde das KlosterFulda und legte dadurch den Grund zu der Stadt Fulda,die aus den vielen Ansiedelungeu um das Kloster ent-standen ist. Was das Kloster Monte Cassino für Italien,was St. Gallen für Süddentschland, was späterhin Corveyfür die Sachsen und das nördliche Deutschland war, daswurde Fulda für Mitteldeutschland: ein Herd der Civili-sation und Bildung. Dem hl. Bouifazius selbst wurdeMainz als Erzbischofssitz angewiesen, und nicht nurdie »engestifteten, sondern auch die ältern deutschen Bis-thümer ihm untergeordnet. Mainz wurde so zum vor-nehmsten Bischofssitze von Deutschland.
Unter diesen rastlosen Bemühungen war der hl. Boni-fazius bereits zum Greise geworden. 316er sein glühenderEifer für die Sache Gottes ließ ihn nicht ruhen. Nichtin äußerm Glänze suchte er seine Ehre, sondern einzigin der Ausbreitung des christlichen Glaubens. Er über-ließ daher unter päpstlicher Genehmigung die Verwaltungdes Erzbisthums seinem treuen Schüler Lullus und be-schloß, seine letzte Kraft zur gänzlichen Bekehrung dernoch theilweise heidnischen Friesen zu verwenden. Hieraber wartete seiner nach einem so rühmlichen Leben einebenso rühmlicher Tod. Schon hatte er eine große MengeFriesen für Christus gewonnen, als die Heiden erbittertüber ihn herfielen und den wehrlosen Greis mit zmei-undfünszig Gefährten ermordeten. Sie wollten seine Schätzerauben, fanden aber nur Bücher und Reliquien vonHeiligen, die sie unwillig zerstreuten. So starb der hl.Mann im Jahre 755, eben in Erfüllung seines Berufes,mit dem seligen Bewußtsein, seinem Gotte bis zum letztenLebenshauche gedient zu haben. Seine Gebeine ruhen zuFulda.
Bald wurde Bonifaziits in Deittschland und Frank-reich als Heiliger verehrt, an vielen Orten wurden ihmzu Ehren Kirchen und Kapellen erbaut. Das schönste