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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Moiite Cassino, St. Gallen, Reichen an undClügny.

Von der Zeit Karls des Großen an wurden die Söhnevon Grasen und Herzogen, von den fränkischen Königen,von den alemannischen und sächsischen Fürsten und Edeln,von den höchsten Würdenträgern des Reiches stets denMönchen zur Erziehung übergeben; beinahe alle großenMänner gingen aus den Klöstern hervor. Im dreizehntenund vierzehnten Jahrhundert zogen die großen Schulender Franziskaner und Dominikaner Schaaren vonSchülern zu ihren Klöstern. Die Namen eines Thomasvon Aquin, Anselm, Albertus Magnus sind mitunsterblichen Zügen in die Annalen der Klostergeschichteeingeschrieben.

Endlich waren die Klöster zugleich auch Wohustättender schönen Künste. Es begegnen uns in den Kloster-gängen Dichter, Musiker, Maler, Bildhauer.Rapert, ein Mönch von St. Gallen, beschreibt in einemGedichte das Leben und den Wandel des hl. Magnus,wie sich in demselben die acht Seligkeiten wiederspiegeln.Er verfaßte auch viele Lieder und Hymnen, sogar einLied auf den hl. Gallus in deutscher Sprache zum Ge-brauche des Volkes. Die lieblichsten Lieder aber erklangenaus dem Munde Jacopone's da Todt und des hl.Franzisku s.

Die erste Spur des Gebrauches von Musiknote» findetsich in der Abtei Corvey in Sachsen. Die berühmtestenMusiker des neunten und zehnten Jahrhunderts warenwiederum im Kloster St. Gallen; für die Verbrei-tung des reinen kirchlichen Gesanges bildetees geradezu den ersten Centralherd in deut-schen Gauen. Es brachte Männer hervor, wie Jso undMöugal, Notier den Stammler und NotkerdenArzt, deren Ruhin weithin leuchtete und welche, wieEkkehard schreibt,durch Hymnen und Sequenzen, Tropen