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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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und Litaneien, durch ihre Gesänge und Melodieen, wieanch durch ihre kirchlichen Doktrinen die Kirche Gottesnicht bloß in Alemannien, sondern in allen Gegenden voneinem Meere zum andern mit Glanz und Freude erfüllten."

Von den Malern im Habit nennen wir einen einzigenMönch, den zarten Fra Angelico (Giovanni da Fiesole),derMalen"mit dem Heiland umgehen" nannte und nieden Pinsel ergriff, ohne vorher gebetet zu haben.

Und im klaren EngelicheineGlänzt Fiesole, der reine,

Der so hell im Lichte steht,

Weil die Kunst ihm ein Gebet."

Der belebende Mittelpunkt, unr welchen die ganzereiche Knnstthätigkeit der Mönche im Mittelalter sich be-wegte, waren die Bauten von Kirchen und Klöstern.Vor Allem galt es dem christlichen Geiste jener Zeit alsdie höchste Ausgabe, dem Herrn des Himmels und derErde, der in unserer Mitte wohnt, ein würdiges Hauszu bauen und darin die Einheit der Christengemeinde inihrem freien Emporstreben zu Gott sinnbildlich darzustellen.Für diesen erhabenen Zweck wurden alle Kräfte des schaf-fenden Geistes, der ganze Neichthilin einer kühnen Phan-tasie aufgeboten. Bis zum dreizehnten Jahrhundert ivarendie Mönche gewöhnlich selbst die Architekten, die Maler, dieBildhauer, die Maurer, die Steinmetzen ihrer Kloster-bauten und Kirchen.DerPriester Jsenrich war ein guterArbeiter in Holz und Ratger ein solcher in Stein,"heißt es in der Chronik von St. Gallen. Als am 25. April937 Kirche und Kloster von St. Gallen ei» Raub derFlammen wurden, sah man schon im Jahre 975 unterdem kunstsinnigen Abte Jmmo die Abtei schöner als vor-her wieder aus den Ruinen erstehen. Jmmo selbst warein bewährter Künstler und zählte unter seinen Möncheneine Reihe knnsterfahrner Meister. Ein goldenes Altar-blatt zierte den Hochaltar, werthvoller wegen der darauf