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Schiffen, verfügte sich dann nach Portugal, welches da-mals durch seine Unternehmungen zur See die Aufmerk-samkeit von ganz Europa auf sich zog. Namentlich warLissabon voll von Gelehrten, Abenteurern, Neugierigen,Missionären, Handelsleuten, Künstlern, von allen Seitenher angezogen durch die Entdeckungen, welche neue Wel-ten erschlossen und die alten mit Staunen erfüllten.Als Seemann ging Columbus mit der regsten Theil-nahme auf alle die Schilderungen, Vermuthungen, Träumeder Seefahrer ein. Doch der fromme Genusse war vonder göttlichen Vorsehung zu der großartigsten aller Ent-deckungen ausersehen.
In allen seinen Forschungen und Unternehmungenwar Columbus getragen von dem gewaltigen Gedankender Verbreitung des Christenthums über dieganze Welt. Er betrachtete sich unter der Hand desHimmels stehend, aus den Menschen erwählt, heidnischeLänder zu entdecken. Die Enden der Erde sollten zu-samniengebracht, und alle Nationen, Zungen und Sprachenunter der Fahne des Heilandes vereint werden. Dassollte die glorreiche Vollendung seines Unternehmens sein,die unbekannten Gegenden der Erde in Gemeinschaft zubringen mit dem christlichen Abendlande, das Licht deswahren Glaubens in die umnachtete Heidenwelt zu tra-gett und ihre zahllosen Völker unter der Herrschaft derKirche zu sammeln.
Ein anderer religiöser Grund, der den Entdeckernicht weniger beschäftigte, war die Befreiung deshl. Grabes. Mit dem Golde, das er aus den neu entdeck-ten Ländern gewänne, könnten, so stellte er in Aussicht,die katholischen Herrscher einen Kreuzzug veranstalten,um das Grab des Herrn den Händen der Ungläubigenzu entreißen. Es war eben die Zeit des Kampfes umGranada vorüber, Spanien ohnehin voll religiöser Be-geisterung, und daher die Verwirklichung eines solchen