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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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ohnehin krank und gebrochen, unterlag; die Städte bliebenin den Händen der Franzosen, und den Protestanten wuraenun durch den Religionsfrieden zu Augsburg freieReligionsübung gestattet (lS5fi).

Karl aber legte die Herrschaft über die Niederlande undSpanien in die Hände seines Sohnes Philipp, überliess dieKaiserwürde seinem Bruder Ferdinand, zog sich nachSt. Just in Spanien zurück und starb schon nach zwei Jahren(1358). Unter keinem Kaiser, weder vor ihm noch nach ihm,stand das Haus Oesterreich auf einer so hohen Stufe der Machtund des Ansehens. Unter seiner Regierung war auch derJesuitenorden (s. Bild XLVI), gestiftet von einem spanischenEdelmann Ignatius von Loyola, entstanden, welcher demUmsichgreifen der Reformation wesentlichen Abbruch that.Ebenso lebten in dieser Zeit die grossen italienischen, spani-schen und deutschen Maler (s. Bild XEV11).

Ferdinand 1. und seine Nachfolger Maximilian II. undRudolf II. waren viel zu friedliebend und zu schwach, umdem Protestantismus wirksam entgegen zu treten. Unter Ru-dolf verbanden sich die protestantischen Fürsten von neuemzu einer Union, welcher die Katholiken die Liga entgegen-stellten, als deren Haupt sie den talentvollen und muthi-gen Herzog Maximilian von Bayern wählten. UnterKaiser

Mathias kam endlich das Gewitter, welches schon langedrohend am deutschen Himmel gestanden hatte, zum Aus-bruch, der dreissigjährige Krieg nahm seinen Anfang(s. Bild XLV111).

Die protestantischen Unterthanen des Erzbischofs von Pragund des Abtes von Braun au hatten nämlich in dem StädtchenKlostergrab und zu Brau nau gegen den Willen ihrer Guts-herren zwei Kirchen erbaut und das Recht hiezu auf den vonKaiser Rudolf 11. ihnen ertheilten Majestätsbrief gestützt.Mit Genehmigung des Hofes aber wurde die Kirche zu Klo-stergrab niedergerissen, die zu Braunau gewaltsam gesperrt,und die unruhigen Bürger ins Gefängniss geworfen. Dennjener Majestätsbrief bewilligte nur den Herren, Rittern undköniglichen Städten, nicht aber den Unterthanen katholischer

Weltgeschichte. 15