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Gutsbesitzer, protestantische Kirchen auf katholischem Bodenzu erbauen. Die Protestanten wandten sich mit ihrer Be-schwerde an den Kaiser, wurden jedoch abgewiesen. DenBescheid erhielten sie aber nicht unmittelbar vorn Kaiserseihst, sondern von seinen Statthaltern in Prag, die ihnenschon längst äusserst verhasst waren. Daher drangen sie am23. Mai 1618 tobend und lärmend in das Präger Schloss,stürzten zwei Bathsherren sammt ihrem Geheimschreiber zumFenster hinaus, vereinigten sich und stellten den*Grafenvon Thurn an die Spitze ihrer Bewaffnung. Die Protestan-ten in der Lausi tz, in Schlesien, Mähren, Oesterreichschickten ihnen ein Hilfsheer unter Anführung des Grafen vonM ansfeld. Der Krieg begann unter der Regierung des Kaisers
Ferdinand II. Maximilian von Bayern und seinbraver Feldherr Tilly (s. Bild XL1X) besiegten die Protestan-ten (1620) am weissen Berge bei Prag.
Die Protestanten sammeln sich wieder unter HerzogChristian von Braunschweig.
Tilly besiegt sie bei Höchst (1622) und Stadtlohn(1623). Die Protestanten rüsten neuerdings unter Chri-stian IV. von Dänemark, Mansfeld und Christian vonBraunschweig. England sendet Hilfstruppen. Aber derkaiserliche Feldherr Wallcnstein schlägt mit seinem gesam-melten Heere hei Dessau Mansfeld und Christian von Braun-schweig. Tilly besiegt den Dänenkönig (1626) bei Lütteram ßarenberge (Braunschweig).
Im Jahre 1630 dringt Gustav Adolf, König von Schwe-den, in Deutschland ein und vereinigt siel. mit den Prote-stanten.
Tilly erobert Magdeburg (s. Bild L), wird aber beiBreitenfeld, .unweit Leipzig, von Gustav Adolf geschla-gen und verwundet.
Die Schweden dringen nun, Alles verheerend, bis gegenMünchen vorwärts.
N’och einmal erhebt sich Wallcnstein, und es kommt zueiner Schlacht bei Lützen (1632), in der die Schweden zwarsiegen, Gustav aber verwundet wird und stirbt. Im Jahre1634 wird Wallcnstein zu Eger ermordet.