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Auf Leopold’s Seite standen: das deutsche Reich, Eng-land, Holland, Preussen, Portugal und Savoyen.
Maximilian Emanuel von Bayern stand zu Ludwig, der Spa-nien dem Kurfürsten erblich versprach. Aber Prinz Eugen undder englische General Marlborough schlugen die Franzosen undBayern bei Höchstädt und Blenheim so vollständig (1704),dass nicht nur 20,000 Mann auf dem Felde blieben, sondernauch der Marschall Tallard mit 18,000 sich ergeben musste.Einzelne Kämpfe dauerten noch bis 1714. Spanien kam dannan Philipp V. aus dem Hause Bourbon, weil sonst Oe-sterreich zu mächtig geworden wäre; jedoch durften die bei-den Kronen von Frankreich und Spanien nie vereinigt werden.Auf Philipp Y. folgten Ferdinand V., Ferdinand VI. undKarl III., durch dessen Minister Aranda die Jesuiten imganzen Lande vertrieben wurden (1767). — Ebenso wurdendieselben fast zu gleicher Zeit in Portugal auf Anstiftendes Ministers Joseph de Carvalho Marquis von Pombal und inParaguay vertrieben.
4. Die Preussen.
In Preussen führten 1230 die Ritter des deutschenOrdens nach vielen Kämpfen die christliche Religion ein;später wurde das Land von Polen abhängig. Als der Hoch-meister des Ordens, Prinz Albrecht von Brandenburg,1828 zur protestantischen Kirche übertrat, wurde das Gebietdes Ordens in ein Herzogthum verwandelt, das immernoch von Polen abhängig blieb. Mit Albrecht Friedrich, demSohne des letzten preussischen Hochmeisters, starb der Man-nesstamm der preussischen Linie aus, und Preussen fielan Brandenburg. Friedrich Wilhelm, der grosseKurfürst, erlangte die Lehensunabhängigkeit Preussens vonPolen, und sein Sohn Friedrich erhielt in Anerkennungseiner Verdienste im Kampfe gegen die Türken von Leopold I.den königlichen Titel in Preussen; denn in Brandenburgkonnte er nicht König werden, da in Deutschland nebendem Kaiser kein König sein sollte (1701). Friedrich I.setzte sich und seiner Gemahlin in Königsberg die Kroneauf. Sein Sohn