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aus der Kirche selbst hervorgehe»; die vou Christus ihrübergebeneu Heilsmittel mußten das ersterbende Lebenihrer Glieder von neuem erwecken und alles Schadhaftevon ihnen hinwegnehme». Nun aber wurde diese Ber-besseruug nicht in der Kirche selbst aufgerufen, sondernvon außen her eingeleitet, so daß die versuchte Reformationeine Spaltung herbeiführte, welche fast die Hälfte derdeutschen Nation der katholischen Kirche entzog und ihreWirkungen über das ganze christliche Europa, mit Aus-nahme des äußersten Westens und Südens, erstreckte.
Unter den Männern, welche bald nach Luther eineReformation im kirchlichen Sinne anstrebten,nimmt wohl der hl. Karl Borromäus, Cardinal undErzbischof von Mailand, den hervorragendsten Platz ein.
Karl Borromäus wurde im Jahre 1538 auf demSchlöffe zu Arona am Lago maggiore geboren; sein Vaterwar Gilbert, Graf zu Arona, seine Mutter Margarethavon Medicis, sein Oheim Papst Pius IV. Karl, ebensotalentvoll als fromm, fühlte sich zum Priesterstande be-rufen, machte in Mailand die Gymnasial-, in Pavia dieUuiversitätsstudien, erhielt das Doktordiplom und wurdeim 22. Lebensjahre zum Cardinal und Erzbischof vonMailand erhoben.
Nach der Erhebung zum Cardinalat weilte der jungeKirchenfürst zuerst längere Zeit in Rom an der Seite deshl. Vaters, der sich seines Rathes und seiner Talente inden dazumal sehr verwickelten Zeitverhältnissen bediente.Dann begab er sich nach Trient, wo er im Auftrage desPapstes an den denkwürdigen Beschlüssen des Concils denthätigsten Antheil nahm, und nach Beendigung desselbenzog er in sein zerrüttetes Erzbisthum, um da selbst dievom Concil beschloffene Restauration durchzuführen.
Karl begann die Reforiil mit dem erzbischöflichenHause. Vor Allem entfernte er den weltlichen Hofstaatund berief au dessen Stelle talentvolle Geistliche; die