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der Kunst, und der Vatikan, die Wohnung des Ober-hauptes der Kirche, enthält eine so kostbare Sammlungvon Kunstwerken, wie keine andere in der Welt vor-handen ist.
Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die KünstlerSpaniens. Die Zeit von Karl V. bis zu Philipp IV.war am fruchtbarsten für die Kunst. Abgesehen vonden prachtvollen Tempeln, die durch ihre Großartigkeitund Schönheit ein glänzendes Zeugniß ablegen für denfrommen Geist und hohen Kunstsinn ihrer Erbauer, warSpanien lange Zeit die Heimath der schönsten Kirchen-musik. Ebenso war es reich au großen Malern. Die be-rühmtesten sind: Don'Diego Velasquez de Silvaund Bartholomäus Stephan Murillo.
Velasquez war der Mann der Natur und der Wahr-heit. „Bestände die Kunst zu malen in weiter Nichts alsin der Kunst die Natur nachzuahmen, so würde Velas-quez jedenfalls der erste Maler der Welt sein," sagt vondiesem Künstler der Franzose Viardot in seinen Studienüber Spanien. Wie anregend Velasquez war, davon gibtsein Diener, der Mulattensklave Juan Pareja, einBeispiel. Als dieser seinen Herrn malen sah, ward aucher von der Lust zu nialen ergriffen. Er versuchte sichinsgeheim; er arbeitete lange und konnte zuletzt seinenMeister mit einem so gelungenen Bilde überraschen, daßdieser erstaunt ausrief: „Ich glaubte nur Bilder zu schaffenund ahnte nicht, daß ich einen Meister schaffe."
Der größte seiner Schüler ist jedoch Murillo von Se-villa. Ein Sohn armer Eltern, aber von einem unwidersteh-lichen Kunsttrieb beseelt, soll der Knabe seine Schulbücher,die Wände, Alles, was ihm unter die Hände kam, mit seinenZeichnungen bevölkert haben. Jin Jahre 1628 starbenseine Eltern, und der junge Maler gewann seinen Unter-halt dadurch, daß er sogenannte Frauen von Guadeloupe,d. h. die Madonna, wie sie der Schlange uns den Kopf