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Seetreffen. Ein solches Schauspiel hatte der Russe nochnie gesehen. „Wahrlich," rief er verwundert aus, „wäreich nicht zum Czar von Rußland geboren, so möchte ichenglischer Admiral sein!" Ueber fünfhundert Engländernahm er in seine Dienste.
Nach dreimonatlichem Aufenthalte begab er sich durchHolland über Dresden nach Wien. Als er eben im Be-griffe war, auch Italien zu besuchen, erhielt er die Nach-richt von einer neuen Empörung der Strelitzen Ergrimmteilte er nach Moskau zurück und hielt, da der Aufruhrdurch seinen General Gordou bereits gedämpft war,ein furchtbares Gericht. Der größte Verdacht fiel wiederauf seine Schwester Sophie. Da sie aber jede Theil-nahme ableugnete, zog er wüthend sein Schwert undwürde sie niedergestoßen haben, hätte sich nicht ein Kam-niermädchen dazwischen geworfen, laut schreiend: „Halt,es ist deine Schwester!" Bei diesen Worten entfiel demCzar das Schwert. Er dankte dem Mädchen, daß es ihnvor einer Blutschuld bewahrt habe. Er ließ aber, zueiner furchtbaren Warnung, vor dem Kloster der aufrüh-rerischen Schwester achtundzwanzig Galgen aufrichten undhundert fünfzig Schuldige aufhängen.
Nicht lange nachher starb Le Fort. Der Tod diesesedlen Mannes versenkte den Czar in tiefe Trauer. Nunward Menzikow sein Liebling, der sich vom einfachenDiener zmn ersten Minister, Feldmarschall und Herzogemporgeschwungen hatte. Dieser unterstützte den Kaiserbei seiner rastlosen Thätigkeit, die in der Fremde ein-gesannnelten Erfahrungen in seinen Staat zu verpflanzen.Mit dem Aeußern machte Peter deu Anfang und verbotdie laugen Kleider und Bärte. Dann legte er Schulenund Buchdruckereien an, ließ die vorzüglichsten Werke desAuslandes in die russische Sprache übersetzen, muntertedie Russen auf, zu ihrer Bildung in's Ausland zu reisen, sowie er es gerne sah, wenn gebildete Fremde in fein Reich